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Wettbewerb: Eltern-Engagement gewinnt!

Die besten Ideen von Eltern werden prämiert

Projekt: "Das Ende der Kreidezeit"

Die Nominierten: Schulleiter Jens Haase

Die Einrichtung: Grundschule an der Bäke




Beschreibung

Ausgangslage

Schule hinkt gesellschaftlichen und technischen Entwicklungen immer hinterher, das lässt sich nicht verhindern. Aber der Abstand sollte möglichst klein sein, und mit Hilfe ambitionierter Projekte kann man immer wieder den Anschluss finden. In Sachen Einbindung moderner Medien bzw. digitaler Medien in den Unterricht sowie Nutzung anderer Möglichkeiten, die uns die heute verfügbaren Computer und das Internet bieten, sind wir überhaupt noch nicht up to date, in diesem Bereich muss in den öffentlichen Schulen Deutschlands dringend ganz viel geschehen.

Die Idee

Wir wollen hier einen gewaltigen Sprung nach vorne machen. Die Schulkonferenz der Grundschule an der Bäke hat das Projekt “Ende der Kreidezeit - Vollausstattung der Grundschule an der Bäke mit interaktiven Whiteboards anstelle von Kreidetafeln” einstimmig angenommen, im Mai 2008 wurde es offiziell bei der Senatsschulverwaltung mit der Bitte um Unterstützung bei der Finanzierung eingereicht. Mit dem Projekt wollten und wollen wir Modellschule weit über die Grenzen Berlins hinaus werden - die erste öffentliche Grundschule weit und breit, die sich von Kreidetafeln und Kreidestaub nicht nur in ein, zwei Räumen, sondern wirklich vollständig verabschieden und moderne Medien und IT systematisch in den Unterricht einbinden will.

Gegenüber der Ausstattung nur mit einzelnen Schüler-PCs oder einem PC-Raum wollen wir mit den elektronischen Whiteboards eine Ausstattung, die alle Schüler/innen und alle Lehrer/innen in jeder Unterrichtsstunde ganz selbstverständlich - quasi nebenbei - mit modernen Medien und PC-Bedienung in Kontakt bringt. Das entspricht nicht nur der Realität der PC-Nutzung in der heutigen Arbeitswelt, auf die wir die Kinder vorbereiten sollen, sondern befreit die Tafel auch aus ihrer Rolle als Mitteilungsbrett des Lehrers im Frontalunterricht und macht sie in modernen Unterrichtsformen vielfältig einsetzbar.

Erreichte Ziele

Im Februar 2008 haben wir mit 6 Boards angefangen, finanziert von unseren Schülern (ja, wirklich: aus den Geldern, die unsere Kinder in den Jahren 2005 - 2007 dadurch erwirtschaftet haben, dass sie ihre Klassenräume teilweise selbst gereinigt haben). Die Boards wurden gleichmäßig auf die Jahrgangsstufen 1 – 6 verteilt und das Kollegium geschult. Damit wurde eine schnelle und sehr gute Akzeptanz erreicht. Im Mai 2008 konnten wir aus unserem Lehrmittel-Etat auf 8 Boards aufstocken.
Sponsorenlauf, Elternverein und eine Industriespende haben uns dann im Frühsommer insgesamt 5 weitere Boards beschert, so dass unsere Schulanfangsphase nach den Ferien komplett ausgestattet war, dazu 6 Klassen der Jahrgänge 3 bis 6 und der NaWi-Raum.
Durch eine große Firmenzuwendung und Mittel der Senatsschulverwaltung haben wir seit dem Ende der Herbstferien Boards für alle 28 für Unterricht genutzten Räume (auch im Hortbereich) und das Lehrerzimmer! Uns fehlt dann zwar immer noch ganz viel (Schüler-PC, Drucker, Software, Webcams, Dokumentenkameras - das sind noch einmal rund 90.000 Euro), aber den entscheidenden Schritt haben wir geschafft: Die erste staatliche Grundschule in Ber-lin (und die zweite in Deutschland!), die keinen Kreidestaub mehr produziert, weder an der Tafel noch in den Köpfen!
Zusätzlich haben wir in Eigenleistung mehr als 30.000 Euro erwirtschaftet, indem wir eine eigene Mechanik entwickelt und gebaut haben, mit deren Hilfe wir die interaktiven Whiteboards auf die vorhandene Schiebemechanik der alten Kreidetafeln montieren konnten.
Durch eine große Informationsveranstaltung im November 2008 und durch die Öffnung der Schule für interessierte Vertreter/innen anderer Schulen und die Presse haben wir es tatsächlich geschafft, anderen Schulen Mut zur Nachahmung zu machen: Elf andere Berliner Schulen – private und staatliche – sind inzwischen unserem Beispiel gefolgt. Um zu helfen, moderne Medien in die Lehrerausbildung zu integrieren, haben wir außerdem ein Board langfristig an ein Schulpraktisches Seminar in unserem Bezirk ausgeliehen.

Persönliche Statements

Die Initiative zum Projekt "Ende der Kreidezeit" ging zwar ursprünglich vom Schulleiter aus, wurde aber sehr schnell von den Lehrer/innen, den Schüler/innen, den Eltern und dem Förderverein zu "ihrem" Projekt gemacht.

Schulleiter Jens Haase zu dem Projekt:

„Die Akzeptanz bei den und die Nutzung durch die Lehrer/innen ist wesentlich besser und intensiver als erhofft. Auch nach 1,5 Jahren Erfahrung äußert niemand im Kollegium den Wunsch nach Rückkehr zur Kreidetafel, niemand hat wegen der Boards die Schule verlassen. Die Hoffnung, als Nebeneffekt auch die vorher "computerfernen" Lehrer/inn/en von Ängsten zu befreien und sie mit dem Medium und Arbeitsgerät PC und mit dem Internet vertraut zu machen, ist aufgegangen: Es gibt im Kollegium nun niemanden mehr ohne PC oder ohne Email-Adresse.

Viele Schüler/innen haben über die intensive Nutzung am interaktiven Whiteboard den PC erstmalig als hilfreiches und wertvolles Arbeitsgerät kennen gelernt (statt nur als "Spielzeug"). Nennenswerte technische Probleme hat es bisher nicht gegeben. Die zum 1. August an Oberschulen übergegangenen Schüler/innen und ihre Eltern beeinflussen die Meinungsbildung an Oberschulen, teilweise mit unmittelbaren Auswirkungen auf die Investitionsplanungen der Schulen.“

Kurzporträt der Schule/des Fördervereins

Die Grundschule an der Bäke ist eine staatliche Berliner Grundschule mit fast durchgängig drei Parallelklassen je Klassenstufe.
Sie wird im sogenannten “offenen Ganztagsbetrieb” geführt, das heißt: Kinder, deren Eltern einen Anspruch auf einen Hortplatz haben, können vor dem Unterricht ab 6:00 Uhr und nach dem Unterricht bis 18:00 Uhr in unserer ergänzenden Betreuung (“Hort”) betreut werden.
In einem auf Initiative der Schule vom Förderverein eingerichteten Schülercafé werden für alle Schüler/innen belegte Brötchen, Obst, Müsli und Ähnliches angeboten, außerdem Mittagessen für Kinder, die keinen Hortvertrag haben oder haben können. Damit soll dem Verzehr von Fastfood und Süßigkeiten entgegen gewirkt werden.
Neben einer Schülerbücherei mit mehr als 4.000 Bänden und einem über das Internet einsehbaren Titel- und Schlagwortkatalog pflegt die Schule intensive und enge Kooperationen mit der Bezirksmusikschule und verschiedenen Sportvereinen. Rund 30 Arbeitsgemeinschaften werden in den Bereichen Sport, Musik, Theater, Bildende Kunst, IT und anderen angeboten. In den jeweils neuen 6. Klassen wird am Anfang jeden Schuljahres eine Gruppe geeigneter Schüler/innen zu Streitschlichter/inne/n ausgebildet.
Die Schwerpunkte der Schule liegen in den Bereichen Lesen ("Lesende Schule"), soziales Lernen (in enger Zusammenarbeit mit den Sozialpädagogen unserer Schulstation) sowie moderner Mathematikunterricht entsprechend den Erkenntnissen der BLK-Projekte SINUS und SINUS Transfer  – und nun auch moderne Medien.

Unter www.baeke.net/Projekt_Kreidezeit.pdf kann die vollständige Projektbeschreibung heruntergeladen werden.

 
 

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