Was wurde aus der "Ice Bucket Challenge"?

23. März 2017

Wie aus dem Nichts überrollte im Sommer 2014 eine Social-Media-Spendenkampagne das Netz, die bis heute ihresgleichen sucht. Bei der so genannten „Ice Bucket Challenge“, die ihren Ursprung in den U.S.A. hatte, ging es darum sich auf möglichst kreative Weise einen Eimer eiskalten Wassers über sich selbst zu schütten, die Aktion zu filmen, ins Netz zu stellen und drei weitere potentielle Eiswasser-Bade-Kandidaten zu benennen. Unabhängig davon wurde ein Geldbetrag an die A.L.S. Association, die sich der Erforschung der tödlichen Nervenkrankheit verschrieben hat, gespendet.

Vom 15. Juli bis zum 21. August 2014 nahm die A.L.S. Association so 41,8 Millionen US-Dollar durch Spenden ein, weltweit wurden sogar an die 220 Millionen Dollar gesammelt. Das war insofern erstaunlich als das im gesamten Jahr 2012, also einem Zeitraum von zwölf Monaten, gerade einmal 19 Millionen Dollar an Geldern insgesamt zusammengekommen war.

Reiner Hype oder voller Erfolg?


Doch mit dem Hype der „Ice Bucket Challenge“ ging auch herbe Kritik einher. Den Mitmachern wurde unter anderem sinnlose Wasserverschwendung und reine Promi-Selbstvermarktung vorgeworfen. Der Hauptkritikpunkt bestand darin, dass die Challenge eben nur ein Trend mit keinem weitreichenden und nachhaltigen Effekt sei und dass viele andere wohltätige Organisationen Spenden genauso gut gebrauchen könnten. War diese Kritik tatsächlich berechtigt, wenn am Ende das gemeinsame Ziel, nämlich eine erstaunlich hohe Spendensumme für die A.L.S.-Forschung, trotzdem erreicht wurde?

So albern wie die „Ice Bucket Challenge“ mit zwei Jahren Abstand betrachtet vielleicht heute wirkt, hatte sie doch weitreichende Effekte. Menschen beteiligten sich nämlich nicht nur mit Videos und Geld an der Aktion, sondern setzten sich auch mit der vorher eher unbekannten Krankheit auseinander. Die amerikanische A.L.S. Association gibt außerdem an, inzwischen beschleunigt an den Ursachen der Krankheit und guten Therapiemethoden forschen zu können. Erste Erfolge, was die Ursachen-Erforschung betrifft, konnten bereits verzeichnet werden.

Die wahre Leistung der „Ice Bucket Challenge“


Es stimmt, dass die Mehrheit der damaligen Teilnehmer nicht ein zweites Mal etwas an die A.L.S. Association gespendet hat. Dennoch fiel die Spendenhöhe im Jahr 2015 immer noch um 25 Prozent höher aus als im Jahr vor der „Ice Bucket Challenge“. Die Aktion erreichte aufgrund ihres Wesens vor allem aber auch viele jüngere Menschen, die vorher eher nicht an größere Organisationen Spenden abgaben. Das lag vor allem daran, dass diese Art des Spendensammelns einfach war und Spaß machte.

Jeder konnte mitmachen, schnell und unkompliziert. Via sozialer Netzwerke verbreitete sich die Aktion in Windeseile und eine Spende konnte bequem und vor allem schnell per Smartphone abgegeben werden. Untersuchungen fanden heraus, dass die Spendenbereitschaft jüngerer Generationen aktuell seit des Wettbewerbs tatsächlich leicht angestiegen ist.

Und das war am Ende auch die eigentliche Leistung der „Ice Bucket Challenge“: Sie hat sich an vorhandenen Werkzeugen bedient – dem Selfie, dem Hashtag, den Like- und Share-Buttons – die vorher üblicherweise für den privaten Gebrauch genutzt worden waren und hat diese in etwas, was dem Wohl der Allgemeinheit diente, umgewandelt. Eine völlig neue Art des unkomplizierten Fundraisings war geschaffen worden. Es ist also nicht schlimm, dass die „Ice Bucket Challenge“ für ein paar Wochen lediglich ein Charity-Trend gewesen ist. Das Problem ist eher, dass noch niemand herausgefunden hat, wie man einen ähnlich gelagerten Hype für den guten Zweck reproduzieren könnte.


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